Kurs: "Professionelles Arbeitszeitmanagement im Krankenhaus"
Arbeitszeitmanagement
Datum und Uhrzeit
13.04.2027 – 23.06.2027
Preis
4.900,00 €zzgl. MwSt.
Trainer/-in
Julia Marie Herrmann, Thomas Gruber, Martin Kuhl, Miriam Merkle
Enthaltene Seminare
7
Fragen?
Beschreibung
Qualifizierte betriebliche Arbeitszeitmanager sorgen für einen professionellen Personaleinsatz im Krankenhaus, bündeln die Herausforderungen der betrieblichen Arbeitszeit und stehen für Fragen der Mitarbeiter und Führungskräfte mit Sachkenntnis zur Verfügung. Dieses Qualifizierungsangebot, das über die Vermittlung von Wissen zu Einzelaspekten betrieblichen Arbeitszeitmanagements hinausgeht, haben wir für Mitarbeiter, die mit Personaleinsatzfragen betraut sind oder zukünftig betraut werden sollen entwickelt. Beispielsweise Mitarbeiter im Zeitwirtschaftsbereich oder im Personalcontrolling, in der Pflegedienstleitung und viele andere Personaleinsatzplaner können mit unserem Kurs „Professionelles Arbeitszeitmanagement im Krankenhaus“ das Handwerkszeug für einen gleichermaßen bedarfsgerechten und wirtschaftlichen wie mitarbeitergerechten Personaleinsatz im Krankenhaus erwerben oder auffrischen.
In unserem Kurs, der aus vier Modulen (Grundkurs, Spezial-Seminare, Aufbaukurs, Coaching) besteht, kombinieren wir Kleingruppenarbeit, Teilnahme an Spezial-Seminaren mit erweitertem Teilnehmerkreis und Einzelcoaching, um die erforderlichen Themengebiete nicht nur umfassend zu bearbeiten, sondern auch den Transfer in die konkrete betriebliche Umsetzungspraxis in Ihrem Krankenhaus zu unterstützen.
Nach erfolgreicher Absolvierung der drei Präsenzmodule erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat, das sie als „Arbeitszeitmanager“ ausweist: Es belegt die Befähigung, die Herausforderungen bei Personaleinsatz und Dienstplanung in der Praxis kompetent angehen zu können.
Die Teilnehmerzahl des Kurses begrenzen wir auf 15 Teilnehmer, um eine aktive und intensive Lernatmosphäre sicherzustellen.
Modul 1: Grundkurs 13.04.2027, 09:30-17:00 Uhr, Hannover
Im Grundkurs greifen wir die wichtigsten Themen für Arbeitszeitmanager auf und bearbeiten diese gemeinsam mit Ihnen. Beginnend mit der Frage der strategischen Relevanz des Arbeitszeitmanagements für Krankenhäuser widmen wir uns anschließend den Arbeitszeitformen, abrechnungsrelevanten Fragen beim Bereitschaftsdienst und der Dienstplangestaltung im ärztlichen Dienst, im Funktionsdienst und im Pflegedienst. In Form von Impulsreferaten, aber auch gemeinsamer Arbeit an Beispielen – bevorzugt aus dem Teilnehmerkreis – werden die Themen vertieft und für den weiteren Verlauf des Kurses vorbereitet.
- Strategische Herausforderungen des Personaleinsatzes im Krankenhaus im Pflege-, Funktions- sowie im ärztlichen Dienst (Leistungsbezogene Personalbedarfsberechnung, Kompensation kurzfristiger Ausfallzeiten)
- Überblick über die Arbeitszeitbegriffe und Arbeitszeitformen (Abgrenzung der Arbeitszeitbegriffe: tarif-, schutz-, vergütungsrechtlich, Die drei Arbeitszeitformen im Krankenhaus: Vollarbeit, Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft)
- Gestaltung und Abrechnung von Dienstzeiten und Bereitschaftsdiensten (Gestaltung von Dienstzeiten mit Bereitschaftsdienst, Die Bereitschaftsdienst-Grundmodelle Einführung in das Berechnungstool)
- Dienstplanung im ärztlichen Dienst, im Funktionsdienst und im Pflegedienst (Definition der Sollbesetzung und Berechnung des sich ergebenden arbeitsplatzbezogenen Personalbedarfs, Brutto- und Netto-Arbeitszeit mit Ermittlung der realistischen Ausfallzeiten, Zusammenhang von Sollbesetzung und Abwesenheitssteuerung, Urlaubs- und Abwesenheitsquoten, welche Vorteile langlaufende Dienstpläne bieten, Methodik, Berechnungen, Konstruktion von GrundDienstplänen)
Modul 2: Spezial-Seminare
Arbeitszeitrecht im Gesundheitswesen 14./15.04.2027, Hannover
Rechtsfragen mit Bezug zum Thema Arbeitszeit sind ein "Dauerbrenner" im Tagesgeschäft des Personaleinsatzes aller stationären Behandlungs-, Pflege- und Betreuungseinrichtungen. Dies gilt für die Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes, der Tarifverträge bzw. AVR'en und von Betriebs-/Dienstvereinbarungen. Häufig bestehen Fragen beispielsweise hinsichtlich der Reichweite der Mitbestimmung, der Ausübung des Direktionsrechts, der Gestaltung und Einhaltung von Pausen (insbesondere auf Einzelarbeitsplätzen bzw. bei Einzelbesetzung in einem Dienst), der Arbeitsaufnahme bei Rufbereitschaft, der Handhabung von Zeitkonten, Entgeltfortzahlung und Urlaub.
Im Seminar erhalten Sie einen Überblick über die arbeitszeitrechtlich relevanten Grundlagen in Arbeitszeitschutzrecht, betrieblicher Mitbestimmung und Vergütung. Wir erläutern die jeweils aktuelle Rechtsprechung im Detail, so dass Sie nach dem Seminar hierzu auf dem letzten Stand sind.
Darüber hinaus können Sie "Ihre" spezielle arbeitszeitrechtliche Frage stellen, die wir im Seminar oder ggf. im Nachgang beantworten.
Dienstplanung, Flexibilität und Ausfallzeitenmanagement im Pflegedienst 11.05.2027, Kassel
Der pflegerische Personaleinsatz ist häufig in tradierten Strukturen verhaftet – beginnend bei Monatsdienstplänen auf Basis von Monatssollarbeitszeiten, über lang genutzte, aber nicht mehr dem Bedarf entsprechende Dienstzeiten bis hin zum improvisierten Umgang mit Personalausfällen oder erhöhtem Arbeitszeitbedarf.
In diesem Seminar lernen Sie, was zeitgemäßen pflegerischen Personaleinsatz ausmacht – von verbindlichen und realistischen Soll-Besetzungen über längerlaufende (Rahmen-)Dienstpläne bis hin zu funktionierenden „Flexi-Spielregeln“ – auch und gerade für die Kompensation von kurzfristigen Ausfällen. Über praktische Erfahrungen mit Grunddienstplänen und Instrumente eines systematischen Ausfallzeitenmanagements berichtet unser Gastreferent, Martin Kuhl.
Personalbedarfsberechnung im Pflege- und im Funktionsdienst von Krankenhäusern 12.05.2027, Kassel
Die „Pflegepersonaluntergrenzenverordnung“ (PpUGV) bildet nach wie vor die Grundlage für die Berechnung des pflegerischen Personalbedarfs. Für andere "pflegerische" Bereiche wie den Anästhesie- und den OP-Funktionsdienst kommen verschiedene Berechnungsmethoden in Betracht wie die Arbeitsplatzmethode oder ein leistungsbezogener Ansatz.
In diesem Tages-Seminar erfahren Sie, wie die Personalbedarfsberechnung auf Basis der PpUGV-Regelungen funktioniert, wann welche Berechnungsmethodik angebracht ist und welche Daten und Richtwerte Sie für die leistungsbezogene Personalbedarfsberechnung im Anästhsie- und OP-Funktionsdienst benötigen und wie Sie diese verwenden. Darüber hinaus geben wir Hinweise zur intelligenten Steuerung des Personaleinsatzes, um die rechtlichen Mindestbesetzungsvorgaben einhalten zu können. Um Ihnen die Berechnungen zu erleichtern, stellen wir diverse Excel-Tools zur Verfügung und schulen Sie im Seminar anhand von Übungen in deren Anwendung.
Leistungs- und auslastungsbezogene Personalbedarfsberechnung im ärztlichen Dienst 08.06.2027, Hannover
Bezüglich der richtigen Dimensionierung des ärztlichen Personals bestehen häufig unterschiedliche Auffassungen zwischen dem Chefarzt und der Geschäftsführung. Eine transparente, leistungsbezogene Berechnung des ärztlichen Personalbedarfs kann entscheidend zur Objektivierung beitragen.
In diesem Seminar lernen Sie, wie die leistungsbezogene Personalbedarfsberechnung im ärztlichen Dienst mit einem für die Teilnehmer bereitgestellten Excel-Tool funktioniert. Wir zeigen Ihnen die Anwendung des Tools – gern auch anhand Ihres eigenen Beispiels. Dabei können Sie unserer Referentin jederzeit Anwendungsfragen stellen. Zudem zeigen wir Ihnen, wie die Übersetzung des Ergebnisses in die konkrete Besetzung der einzelnen Tagdienstpositionen erfolgt und wie man daraus die Auslastung je ärztlichem Arbeitsplatz ableiten kann.
Bereitschaftsdienst, Rufdienst, Personaleinsatz im ärztlichen Dienst 09.06.2027, Hannover
Der ärztliche Personaleinsatz ist vorrangig dann ein Thema, wenn die Dienstmodelle umgestellt werden sollen – sei es, weil arbeitszeitrechtlicher Handlungsbedarf besteht, sei es, weil die Modelle aus Mitarbeiter- bzw. aus Bedarfssicht nicht mehr passen. Insbesondere steigen die Herausforderungen für die ärztliche Dienstplanung auch durch die zunehmend restriktiveren Regelungen in Tarifverträgen und AVRen.
Am Vormittag erfahren Sie, wie Bereitschaftsdienste und Rufdienste gestaltet und abgerechnet werden – einschließlich der arbeitszeitrechtlichen Grundlagen. Nachmittags wird – mittels Excel-Arbeitshilfen, die wir den Teilnehmern zur Verfügung stellen – gezeigt, wie sich ärztliche Dienstpläne kontinuitätsförderlich, rechtskonform, effizient und mitarbeitergerecht ausgestalten lassen. Darüber hinaus berichtet unsere Gastreferentin aus ihrem Haus über die diverse Maßnahmen zur Verbesserung des ärztlichen Personaleinsatzes.
Modul 3: Aufbaukurs 22./23.06.2027, 09:30-17:00 Uhr und 09:00-16:00 Uhr, Hannover
Während im Grundkurs und in den Spezial-Seminaren die Wissensvermittlung im Vordergrund steht, werden wir im Aufbaukurs dieses Wissen gemeinsam mit Ihnen – vor allem anhand Ihrer Beispiele – in Kleingruppenarbeit anwenden und damit festigen. Der Wissenscheck zum Abschluss des ersten Tages hilft dabei, ggf. noch offene Fragen zu identifizieren, um am zweiten Tag hierauf gezielt eingehen zu können. Die Kleingruppenarbeit wird durch die Bearbeitung weiterer Themen ergänzt: So gehen wir auf die Vermeidung von Gefährdungsanzeigen ein, widmen uns insbesondere dem Arbeitszeit-Controlling und stellen hierfür geeignete Kennzahlen vor. Darüber hinaus befassen wir uns damit, wie Sie Arbeitszeit-Veränderungen im Betrieb angehen und umsetzen können. Am Ende des zweiten Tages übergeben wir Ihnen zum Abschluss der Präsenzveranstaltungen Ihr persönliches Zertifikat „Arbeitszeitmanager/in“.
Modul 4: Coaching
Im Nachgang zu den Präsenzveranstaltungen steht Ihnen Ihre Referentin, Julia Herrmann, im Rahmen von Modul 4 „Coaching“ bis Dezember 2027 für Ihre bei der praktischen Anwendung des erlernten Wissens auftretenden Fragen sowie auch zur Durchsicht bzw. Erörterung von zum Beispiel ärztlichen Arbeitszeitmodellen und Dienstplänen Bewertung der Ergebnisse einer Inanspruchnahme-Analyse arbeitszeitrechtlichen Einzelfragen Abrechnungsregeln Grund-Dienstplänen Ausfallzeitenkonzepten Anwendung von Tools Personalbedarfsermittlung Kennzahlen für das Arbeitszeit-Controlling zur Verfügung.
Zielgruppe
Personalreferenten, Zeitwirtschaftsbeauftragte, Arbeitszeitmanager, Dienstplanverantwortliche im Pflege-/Funktions- und ärztlichen Dienst, Personaleinsatzplaner, Personalcontroller, Betriebs-/ Personalräte/Mitarbeitervertreter
Ab dem zweiten Teilnehmer aus demselben Betrieb reduziert sich die Teilnahmegebühr um 25%. Diese wird im Zuge der Rechnungsstellung nach Prüfung der Mehrfachanmeldung berücksichtigt.
Ggf. erforderliche Übernachtungen müssen von den Teilnehmern selbst gebucht werden; diese sind in der Teilnahmegebühr nicht enthalten.